Lokale Zutaten

Honig mit Schloßblick: Happy Bienen im fränkischen Rügland.

 

2019 haben wir uns eigene Kriterien für den Einkauf der Lebkuchenzutaten gesetzt: Regional & Transparent. Und so beziehen wir nun lokalen Waldhonig von Claus Rudolph, einem leidenschaftlichen Imker aus dem westlichen Mittelfranken.

Auf dem Weg nach Rügland verändert sich die Landschaft zusehends. Immer weniger Häuser säumen die Straße die immer holpriger wird, der Gegenverkehr wird rar und der Blick weit. Wenn die Straße dann richtig kurvig wird, hat man es fast geschafft und dann steht man da – mitten in Rügland, einem malerischen Ort mit Schloss, Badeweiher, blühenden Blumen und summenden Bienen.

 
 
 
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Claus arbeitet mit unheimlich viel Liebe, Begeisterung und Erfahrung nach biologischen Maßstäben. Er ist mit 20 Bienenvölkern an sechs Standorten rund um Rügland vertreten. Die Völker bestehen im Winter aus je 5.000 und im Sommer aus bis zu 80.000 Bienen. Das ergibt eine Population von 100.000 bis 1,6 Millionen(!) Bienen. Diese große Anzahl an fleißigen Bienchen ist perfekt aufeinander abgestimmt und kommuniziert auf wundersame Art und Weise. So schaffen sie es beispielsweise den Bienenstock konstant bei einer Temperatur von 28 °C zu halten: »Wärme-Bienen« heizen bei Minusgraden durch ihre Körperwärme und »Ventilator-Bienen« fächern bei Hitze kühle Luft vom Eingang des Stockes hinein. Die »Kundschafter-Bienen« wiederum fliegen bis zu zwölf Kilometer weit, um die besten Standorte für den Nektar zu finden und tanzen den anderen während ihres Rückflugs zum Stock vor, wo sie das Schlaraffenland entdeckt haben. Am allerbesten für die Bienen ist es allerdings, wenn sich die Nahrungsquellen direkt vor der Stock-Tür befinden, denn weite Flüge verbrauchen viel Energie. Und dafür sorgt unser Claus, der mit verschmitztem Lächeln und voller Stolz seinen dickflüssigen, goldglänzenden Waldhonig präsentiert, indem er die besten Standorte für seine Bienen auswählt.

Mit viel Glück kann der Honig bis zu dreimal im Jahr geerntet werden, die Frühjahrsblüte Anfang Mai, die Sommerblüte im Juni/Juli und der Waldhonig im August. Der Wald- oder Blatthonig gilt als bester und edelster Honig und genau der kommt natürlich in unsere Lebkuchen. Auch wenn Claus meint, dass er dafür fast zu schade ist. Die Konsistenz des Honigs testet er durch das Abklopfen der Waben – fliegen dabei Tröpfchen umher, ist es noch zu früh und der Honig noch zu flüssig, denn er darf nur ca. 18 % Wasser enthalten. Dieses Qualitätsmerkmal unterscheidet den »Honig vom Imker« von industriell verarbeitetem Honig, der oft sehr flüssig ist, weil er mit Wasser und Reissirup gestreckt wurde. Für die Honig-Ernte, also das Ausschleudern der Waben, haben sich die Imker aus dem Umkreis in einem Imkerverein organisiert. So sparen sich die Imker, die oft als »lonesome Rider« unterwegs sind, Platz und Kosten. Außerdem bietet der Verein eine gute Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung.

 

Nach der Ernte des Waldhonigs – der letzten Ernte des Jahres – beginnt die sogenannte Drohnenschlacht. Die Arbeiterbienen werden zum Großteil vertrieben, nur der harte Kern darf bleiben. So überwintern die Stöcke bis zur Blüte der Sal-Weide Ende Februar/ Anfang März, wenn das Bienenjahr von Neuem beginnt.

 
 
 
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Damit die Bienen von Claus und natürlich auch alle anderen Bienen ein gutes Leben haben und Honig produzieren können, können wir alle etwas tun. Neben vielfältigen Blühstreifen, Blumenwiesen und Balkonpflanzen speziell für Bienen wirkt sich saisonales und regionales Einkaufen viel stärker aus, als wir vielleicht vermuten. Durch die Unterstützung der heimischen, ökologischen Landwirtschaft wird es den Bauern ermöglicht auf Insektizide zu verzichten, deren Langzeitwirkung auf die gesamte Flora und Fauna bis heute nicht geklärt ist. So schmecken alle Nahrungsmittel, die ohne den Einsatz von Chemie produziert wurden und auf kurzem Wege zu uns finden, ganz natürlich besser. So sollten wir auch den lokalen Honig vom Imker unseres Vertrauens beziehen, wie wir unseren Honig mit Schlossblick von Claus aus Rügland.

 
 
 
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Wir sind sehr stolz, unsere Lebkuchen seit diesem Jahr mit Honig mit herrschaftlichem Ausblick verfeinern zu können.